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More things have changed ★彡

Der Japanurlaub liegt nun ein paar Tage zurück – den Reisebericht überlasse ich gerne dem Kollegen Andergraund. Doch lasst mich ein paar Worte über den unübersehbaren Wandel der Videospiele in Japan verlieren 〆(・∀・@).

More things have changed. Das wird jetzt keine hochinvestive Analyse, wie gut oder schlecht die japanische Spieleindustrie gerade dasteht, liebe Kinder. Eher der Eindruck, den man unweigerlich bekommt, wenn man durch die Videospielgeschäfte und Elektronikmärkte schlendert, oder sich mit Leuten unterhält, die in dieser Branche arbeiten.

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Starten wir doch mit dem Siegeszug der PS4. Weltweit über 30% mehr Marktanteil als zum selben Zeitpunkt mit der PS3! Da muss doch etwas voran gehen in Japan, schließlich liest man, dass gerade große westliche Serien, wie Call of Duty, immer größeren Zuspruch finden. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Black Ops 3 konnte in JP  in nur 2 Monaten mehr Exemplare verkaufen als ein gefeiertes Bloodborne in fast einem Jahr. Wer ist diese „neue Zielgruppe“ in Japan, die sich für ein Spielerlebnis à la Assassins Creed begeistern kann, welche rein auf gute Grafik und auf schnelles anspruchsloses Spielerlebnis aufbauen ヽ(゜Q。)ノ?

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Sogar auf der Comiket hat CoD und Battlefield inzwischen ein Standbein

Ich hatte über dieses Thema ein sehr interessantes Gespräch mit dem Chef vom Game Tanteidan in Osaka (ist ein Retrospieleladen ähnlich wie Super Potato) geführt. Er glaubt, dass dieses Phänomen ähnliche Wurzeln hat wie der immense Erfolg der zahllosen Marvel Filme, oder Star Wars Episode VII. Der Siegeszug dieser neuen Blockbuster ist, dass sie eben nicht auf den Hardcore-Nerd oder Otaku zielen, sondern gerade auf die arbeitenden Mittdreißiger, welche seit 20 Jahren keinen Manga oder Comic in den Fingern hatten. Anspruchslose Unterhaltung, die genauso schnell konsumiert wird, wie sie danach wieder vergessen werden kann. Eben genau das Richtige für den Salary-Man der nach der Arbeit 60 Minuten zum Abschalten braucht  _ノ乙(、ン、)_. Also ganz ähnlich wie bei uns im Westen. Freilich gibt es diese Art von „Spielern“ schon ewig in Japan, zuvor war und ist deren Genre die Musou/Dynasty Warriors Reihe. Auch wenn Koei’s bestes Pferd im Stall nach wie vor ein großes Ding ist, musste sie doch in den letzten Jahren Federn ins Sachen Beliebtheit lassen o(-_-;*).

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Der Chef vom Game Tanteidan in Osaka

Von der Wahrnehmung her steht Sony halbwegs OK da – oder zumindest besser als die Konkurrenz der heimischen Konsolen in Japan. Die blauen Regale der PS4 Software sind nicht zu übersehen und gut gefüllt mit Software, wenn man in die großen Elektro-Mega-Malls wie Yodobashi Camera schaut (stellt euch einen großen Media Markt mit 8 Stockwerken vor). Doch man merkt an der spärlichen Werbung, und Postern, die man eben nicht sieht, dass es schon mal wesentlich besser gelaufen ist. Zum jetzigen Zeitpunkt in der PS3 Ära gab es bereits Millionenseller, wie Biohazard/Resi 5, die etwas reißen bei den Absätzen. Jetzt werden sicher einige sagen: „Es gibt doch Bloodborne exklusiv. Das vielleicht beste Game des letzten Jahres“. Das ist in Japan mit 250K verkauften Einheiten nicht schlecht gelaufen, aber am Ende ist das auch nicht mehr als ein Soul Calibur damals auf der Dreamcast. Man selbst ist überzeugt, dass dieses geniale Spiel einfach jeder kaufen muss! Aber die Realität spiegelt ein anderes Bild wieder (;¬_¬). Es werden Spiele vom Karat eines James Bond Films benötigt. Der kann auch mal Scheiße sein, aber trotzdem sieht ihn sich fast jeder an, der sich einmal im Jahr ins Kino verirrt.

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Disneys neue Marvel oder Star Wars Filme sind auch in Japan äußerst beliebt.

Wie sieht es bei Nintendo und seinem unglaublichen Splatoon Erfolg aus? Der 3DS ist unangetastet die Nummer 1. Rein gefühlt ist die Fläche, welche der Handheld mit aktuellen Spielen in den Läden einnimmt, mindestens genau so groß wie die gesamte Konkurrenz zusammen. Hier läuft es – was vor allem dem starken 3rd Party Support geschuldet ist. Aber so zwei Wuu Spiele Regale neben den hunderten 3DS Games zu sehen ist schon hart… man überlegt kurz, aber dann realisiert man, dass es einfach nicht mehr Spiele gibt ( ಠ ಠ ). Ein ähnliches Bild hat man, wenn man in der SG3000 / Master System Ecke eines Retrogame Shops ist. Es ist sehr „übersichtlich“ dort. Und durch die zahllosen Amiibos, die teilweise auch in Dioramas aufgestellt sind, kommt der Nicht-Spiele-Kundige eher auf die Idee, dass die Wuu Games irgendein Zusatzzeug für die schön präsentierten Plastikfiguren ist.

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Wenn die Amiibo Spielzeugecke über den doppelten Platz der gesamten Wuu Games einnimmt, gibt es wohl doch langsam ein Problem (ノ´д`)

Der Vergleich zu Segas Master Systems ist gar nicht so unpassend. Zu Beginn von Segas Konsolen Laufbahn gab es auch keine 3rd Party Games. Sega musste alles selber programmieren ᕙ(⇀‸↼‶)ᕗ. Erst mit der Zeit fanden sich andere Firmen, welche dafür Spiele entwickeln wollten. Bei Nintendos Wuu wurde diese Geschichte jedoch nun umgedreht. Das jetzt Sega nochmal ein neues Sonic auf Wuu veröffentlicht, oder zumindest Namco/Koei ihr neues Naruto oder One Piece Musou Game… rückt langsam in unerreichbare Ferne.
Das Bizarre ist aber dabei, dass die Wuu im Vergleich der Millionen-Seller nur noch ein Spiel hinter der PS3 liegt. Dass so eine neue IP wie Splatoon so durch die Decke geht, ist in Japan sehr, sehr ungewöhnlich. Trotzdem mag anscheinend keiner mehr auf diesen Zug aufspringen und sein Glück versuchen o(╥﹏╥)o.

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Andergraunds und mein Splatoon Doujin Loot. Einmal Alles bitte ( ^^)人(^^ )

Verständlich – das große Geld liegt woanders. Wie inzwischen das Smartphone Free 2 Play Gaming in den japanischen Alltag eingezogen ist, ist schwer mit Worten zu erklären. Es ist wirklich überall… und man muss sich leider eingestehen, dass die Zeit der klassischen Konsolen zu Ende geht (×_×;). Alle paar Meter stolpert man über riesige Poster zu aktuellen Handygames. Von den super aufwendigen TV-Spots, die jede dritte Werbung einnehmen, ganz zu schweigen .

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Man sieht wohin Geld fließt, wenn man die TV-Werbung von Smartphone-Spielen sieht …

Ob man will oder nicht, niemand kann sich diesem Phänomen mehr entziehen. Dieser neue Markt bietet sogar schon so viel Geld, dass schon deutsche Firmen, z.B. mit Sanrio-Lizenz, Spiele speziell für Japan entwickeln. Von den Verkaufszahlen eines 3DS Ports von einem beliebten Smartphone-Game wie Monster Strike, können klassisch orientierte große Spiele, wie Mario Maker, oder Final Fantasy XV, nur träumen. Für die Firma Mixi, die hinter Monster Strike steht, ist der Handheld-Port eher Geld für die Kaffeekasse ┐(‘~`;)┌.

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Puzzle & Dragon ist aus dem jp Alltag nicht mehr wegzudenken. Hier ein Neujahrsgruß des ultrabeliebten Mobage

Sony hat diesen Trend in Japan erkannt, und ist auch nicht zimperlich für sich aus dieser Situation die Konsequenzen zu ziehen. Letztes Jahr wurde der Firstparty-Stop von Vita-Spielen bekanntgegeben, und das – in Japan erfolgreiche – System sich selbst überlassen ヘ(;´Д`ヘ). Obwohl die meisten PS4/Vita Multiplattform-Games sich in Japan besser auf Handheld verkaufen als auf der PS4. Dieses Phänomen verdeutlicht nur einmal mehr die Absatzzahlen der Vita-Fassung zu Dragon Quest Builders.

Noch krasser ist aber der Schritt, dass Sony Computer Entertaiment seinen Hauptsitz, welcher immer in Japan war, in die USA verlagert. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff immer zuerst ヾ(×× ) ツ.

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Auch Sony verschließt seine Augen vor dem langsam verschwindendem Konsolen & Handheldmarkt in Japan nicht

Noch ein Wort zu dem glücklosen Kampf von Microsoft in Japan? Eigentlich überflüssig. Die Xbone ist in Japan gestorben… nur sollte endlich mal wer die Leichen aus den Läden abholen (;-_-)/. Die Präsenz in den Geschäften ist größer als man denken mag. Liegt aber auch daran, dass das eine Xbone Regal neben den Restbeständen der 360 Spiele steht und somit größer wirkt als es eigentlich ist. In den Aufstellern lief nur Forza oder Fifa. Westliche Hits wie Rise of the Tomb Raider oder Halo 5 dürfen, aufgrund der Altersregelung, nicht in öffentlich zugänglichen Plätzen flimmern. Das Fehlen von Multiplattformspielen ist noch extremer als bei der Wuu. Da schon lange nicht einmal mehr die Spiele, welche in Japan entwickelt worden sind, auch in Japan für das System erscheinen. Naruto Shippuuden 4 welches im Westen regulär für Xbone erhältlich ist, lohnt für Bandai Namco nicht mehr im Heimatland zu veröffentlichen. Hier ist der Zug für Microsoft endgültig abgefahren ((((;゜Д゜))).

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Und es gibt sie doch noch: Neue XBone Spiele für Japan

Ein anderes unübersehbares Phänomen – insbesondere wenn man durch die Vita-Regale forstet – sind die Unmengen an Otome Games, welche speziell für eine weibliche Zielgruppe entwickelt werden. Sexy, gut gestylte Typen auf den Covern wohin das Auge blickt (´ ▽`).。o♡. Ich würde sogar behaupten, dass die romantischen Buben-Abschlepp-Spiele langsam den normalen Anime-Lizenz-Shovelware-Games den Rang ablaufen!

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Unfuckingbelievable!!! Das ist die Otome-Abteilung in einer kleinen Provinzstadt (°◇°;)

Jetzt mal ehrlich, wirklich gut waren diese Spiele noch nie, doch es gibt sie seit Anbeginn der Zeit. Auch ich befürchte habe mehr Milky Holmes oder Bakemonogatari Spiele als es mein Verstand erlauben sollte ╮(─▽─)╭. Doch genau das war seit PC-Engine Tagen das Erfolgsrezept. Einfach ein schickes Cover aus dem Anime, ein paar Standbilder, die Original-Seiyuus und der Otaku war zufrieden. Solche Spiele waren in der Produktion nie teuer. Sie waren ja auch immer mit das Allerletzte (vom zeitlichen her (^_-)) was für eine sterbende Konsole wie der Dreamcast noch erschienen ist.

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Und noch mehr heiße Jungs

Dass jetzt Anime-Spiele, wie gerade Rail Wars, vor dem Release noch gecancelt werden, sollte schon mit Sorge betrachtet werden. Gerade wenn man Animes vom Schlag eines Girls und Panzer nimmt, die einfach noch einen weiteren Otaku-Fetisch, wie WW2-Militär, einbringt, oder bei Rail Wars eben die Züge. Solche Spiele haben bis jetzt immer ein paar tausend Nerds angelockt, um ihre Lieblingsserie zu supporten ~(>_<~).

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In jeder Namco Arcade gibt es inzwischen einen Otomate Shop

Doch wieso hat sich dieser früher von Männern dominierte Anime-Spiele-Sektor in wenigen Jahren derartig geändert? Darüber kann ich selbst auch nur spekulieren φ(・ω・` ). Bei meiner letzten Japanreise hab ich mir bereits gedacht, als ich durch die Otaku-Tempel wie Animate gegangen bin: „Wahnsinn! Wie die Maidchen mit Merchandise aufgeholt haben“. Diesmal war der erste K-Books in Osaka, welcher vor einem Jahr noch in der 1. Etage mit Dakimakuras und anderen populären Anime-Kram bestückt war… zu 100% Maidchen Only o_O!

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Hier und da findet Mann doch noch eine kleine Oase, um sein Gold auszugeben

Zumindest hatte dann die zweite Filiale noch ein Stockwerk (von Dreien) wo es Moe-Zeuk für (nicht von) Buben gab. Man(n) fühlt sich da schon als eine von der Ausrottung bedrohte Rasse (シ_ _)シ. Die Kaufkraft der Damen wird wohl so schnell nicht an Fahrt verlieren. Von der Masse im Vorfeld belächelte Animes um die sechs Brüder von Osamatsu kommen in Umsatzregionen wo nur noch Madoka oder Sword Art Online als Konkurrenz ernst genommen wird.

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Von diesen 6 Herren werden wir noch sehr, sehr viel mehr sehen!

Killed In Action, oder nur Missing In Action? Was ist der männlichen Anime-Crowd zugestoßen? Sogar in den endlosen Warteschlangen der Comiket lässt sich nicht übersehen, dass auch bei den Die-Hard-Anime-Fans 3DS oder Vita nicht mehr Zeitkiller Nummer 1 sind. Wenn man sieht wie viele nur Idolm@ster Cinderella Girls auf ihren Smartphone zocken, überlegt man schon, ob das der Grund sein könnte, wieso die Anime-Videospielregale spürbar schrumpfen. Und es wird ebenfalls nachvollziehbarer wohin das Gold der Otakus wandert, wenn man in den Supermärkten die Google Play Prepaid-Karten im Wert von an die 500€ sieht… Strange Times! Wenn nicht mal mehr der Hardcore-Otaku-Anime-Fraktion ihre physischen Limited Editions wichtig sind … wem dann (‘◇’)? Es bleibt fraglich, ob diese Crowd überhaupt noch zu einer großen Konsolenadaption wie dem angekündigten Idolm@aster für PS4 überhaupt noch zurückkehren will?

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Hello Ladies (づ ̄ ³ ̄)づ

Im krassen Gegensatz zu den ehemaligen Platzhirschen nehmen die Games für die Mädels mehr und mehr Platz in den Regalen der Videospieleläden ein. Ich glaube auch nicht, dass dieser Trend so schnell wieder einbrechen wird. Die letzte Pressekonferenz von Idea Factory’s Otomate Marke hat eine sehr deutliche Sprache gesprochen. Alleine von diesem Publisher wurden auf einen Schlag 12 neue Spiele speziell für die weibliche Käuferschaft vorgestellt (゜▽゜;).

Eine andere interessante Entwicklung ist, wie ich finde, dass die Retrozocker in Japan langsam auf im Westen entwickelte Spiele, die im Herzen aber japanisches Gameplay haben aufmerksam werden. So gibt es inzwischen sogar Bücher, welche für den japanischen Markt „Hidden Gems“, wie Gears of War, oder Dead Space, vorstellen.

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Das ich das mal in JP sehe! 80 amazing western games ( ̄ェ ̄;)

Ähnliche Phänomene gibt es auch bei den Indiedownloadspielchen zu beobachten. Auch so ein Zweig der Spielebranche, welcher im Westen boomt, aber in Japan weitgehend auf Desinteresse stößt. Gefeierte Spiele wie Journey kennt in Japan keine Sau. Viele PS4 Indiespiele kommen inzwischen gar nicht mehr nach Japan, oder werden halbherzig oder wie im Falle von Rocket League gar nicht lokalisiert. Das Angebot an Indies im japanischen Wuu e-Shop, welches in unseren Gefilden ja ganz ordentlich ist, lässt sich in Japan fast an einer Hand abzählen (~~~).

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Leider 3DS Download Only, aber immerhin gibt es zu Dark Witch ein schickes Artbook (btw das Spiel wird mit Mighty Nr 9 den Boden aufwischen)

Die Anzahl an Neuerscheinungen von kleineren nyapanischen Download-Spielchen, wie es sie in Unmengen auf der Wii und PS360 vor ein paar Jahren noch gab, versiegt auch immer mehr. Kein größerer Publisher wie Capcom oder Squenix hat noch Lust „kleinere Spiele“ für die aktuelle Generation zu vermarkten. Das es vor ein paar Jahren neue Contra Hard Corps, Rockman/Megaman 9 oder Final Fantasy IV After Years gab, fühlt sich mehr Retro an als es sollte. Was angekündigt ist sind ausnahmslos nur Kickstarter Projekte, die ohne westliche Beteiligung nicht realisierbar wären.
„Es ist unglaublich schwer außerhalb vom 3DS in Japan Fuß zu fassen“, erzählte mir der Entwickler von Legend of the Dark Witch auf der Comiket. Leben kann von solch kleinen Indiependent-Spielen niemand mehr. Das Geld in Japan liegt halt auf dem Smartphone. „Auf solchen Geräten lässt sich aber, aufgrund des Touchschreens, sein Dark Witch nicht gut spielen“, fügte er hinzu. Auch die paar Games mit Touhou Lizenz hatten keinen großen Impact auf der PS4, und er denkt, dass diese Spiele bald wieder PC Doujin Only sind.

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btw, es war unglaublich schwer ein Shantae für 3DS zu finden ヘ( ̄  ̄;ヘ)

Doch auch hier versuchen ein paar wenige Enthusiasten in Form von Büchern die lohnenswerten Spiele aufzuzeigen. Erinnert schon ein bisschen an unsere Importszene, haha. Jetzt wo es immer weniger hochwertige in Japan produzierte Software mit klassischen Gameplay gibt, muss maid sich nach neuen Ufern umsehen. „Kleinere Neuerscheinungen“, die es sogar mal in einer physischen Version in die Regale Japans verirren, wie Shantae für 3DS, sind schwerer zu finden als bei uns im Media Markt ein Danganronpa. Auch Remakes von zeitlosen Klassikern wie Assault Suits Leynoss stoßen immer auf ein kleines Publikum ((((*。_。)_.

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Ein Mahjong Automat neben dem anderen, wo letztes Jahr noch AES & CPS regiert hatten щ(ಠ益ಠщ)

Über den Arcadesektor hatte ich ja letztes Jahr schon einen kleinen Text geschrieben … tjaaaaaa … es ist nicht besser geworden (ー△ー;). Wir hatten ja mega Glück in einem BnB, das im Herzen der Otaku-Straße Osakas liegt, zu wohnen. Nur wenige Meter von der größten Taito Spielhalle der Stadt entfernt (^▽^). Eine komplette Etage mit AES NeoGeo, Capcom Automaten und vielen Taito Klassikern gespickt. Tjaaaa… das war letztes Jahr. Ich staunte nicht schlecht als dann bei unserem diesmaligen Trip, jener Flur durch ca. 50 identische Mahjong-Automaten ersetzt wurde (;´_ヘ;). Nur ein einziger Space Invaders Automat erinnerte an die glorreiche Taito-Zeit vergangener Tage.

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Nur noch Poster erinnern an längst vergessene Tage

Im Normalfall sind die Gamecenter in Japan zu einer Etage von Shoppingmalls verkommen. Zugepflastert mit UFO Catchern, Taiko no Tatsujin und ein paar Medal-Games zu beliebten Serien. Oft gibt es auch eine Arcade-Ecke speziell für Kinder, in der die Eltern ihre Kleinen mal abstellen können, um einen Kaffee zu trinken. Versus Prügler à la Street Fighter findet man auch immer weniger in diesen Hallen. Kein Wunder, da die Gamecenter mehr auf einen Familienausflug, oder ein Date mit der Freundin ausgelegt sind.

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Und da soll einer sagen Konami mache keine neuen Videospiele mehr… haha

Traurig war es auch die letzten großen Versuche klassische Automaten wie Namcos Star Wars oder Time Crisis 5 zusammengepfercht zwischen UFO Catchern zu sehen. Der Aspekt ein Spielerlebnis an einem sündhaft teuren Automaten zu haben, der eher an eine Achterbahn erinnert, und durch Gimmicks wie Wind der einen ins Gesicht bläst, ist nur noch wenigen die 200 Yen wert. So war auch der gerade erschienene Luigi Mansion Lightgun Shooter selten belegt. Spielautomaten, die Adaptionen von bekannten Smartphone Spielen sind, wie Disneys Tsum Tsum, haben deutlich mehr Zuspruch von den Besuchern. Man merkt, dass die Generation, die vor 10 Jahren noch in die Arcade gegangen ist, langsam ausstirbt |・ω・`).

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Und gleich nochmal Konami. Disneys Smartphone zu Arcade Adaption Tsum Tsum ist beliebt bei Jung und Alt. Das sind Games die Jeder kennt.

Durch das Sterben der klassischen Arcades hat auch Namco nun erste Konsequenzen gezogen. So sind Tekken 7 und Gundam Extreme erstmals die letzten Versuche in der Spielhalle noch was zu reißen. Von deren Erfolg hängt das weitere Vorgehen, oder die eventuelle Aufgabe des Arcade-Standbeines ab (/ _ ; ).

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Nicht täuschen lassen! Wer hier ein neues Fantasy Zone erwartet bekommt auch nur ein weiteres Medal Game in schöner Grafik (; ̄Д ̄)

Das war also die unverzerrte Bestandsaufnahme meines liebsten Hobbys, wie ich es in den 3 Wochen quer durch das Land erlebt habe. Ich würde ja gerne sagen es sei nicht alles schlecht… aber wer jetzt nicht mit der Flut an Mobage Spielen auf seinen iPhone liebäugelt, hat doch inzwischen Probleme sein Gold für gute Neuerscheinungen auf Konsole oder Handheld auszugeben щ(ಥДಥщ). Irgendwann platzt jede Blase, doch, dass jener Trend in Japan abflacht ist nicht abzusehen. Es ist schon seltsam bald die erste Generation, die ohne Nintendo Handheld aufwächst, zu sehen (▼へ▼メ).
Wie seht ihr die jetzige Videospiel-Situation in Japan? Bekommen die Nyapaner ihren Arsch wieder hoch, und schaffen mehr als ein Spiel von dem Karat eines „Nier Automata“ pro Jahr zu produzieren? Ist die beliebte PS4 Formel „Wir mischen Musou/Dynasty Warrior mit Serie X“ noch nicht so ausgelutscht wie ich es oft schreibe? Nehmen aktuelle Free2Play Mobage Games wie Tales of Asteria oder Love Live langsam so viel Zeit bei euch im Anspruch wie reguläre Konsolen Spiele? Sieht es der männliche Teil der Schöpfung mit Sorge, dass ihm sein Anime-Territorium streitig gemacht wird? Oder wie fühlt ihr Mädels euch, dass ihr plötzlich in dieser Sparte die Hosen anhabt?

 

Author Idolmeister
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Comments (26)

  • Shiina
    7. März 2016 at 19:11 Reply
    Da mein erster und einziger Japan Urlaub schon über drei Jahre zurückliegt, kann ich nur beurteilen, was ich so übers Internet mitbekomme bzw teils auch selbst spiele. Vorneweg, ich orientiere mich mal an deinen abschließenden Fragen, das macht es übersichtlicher und nachvollziehbarer. Ich verfolge nicht viele Spielereihen außerhalb Tales, aber das funktioniert als Beispiel für den ersten Punkt eigentlich ganz gut. Der Aufbau vieler RPGs hat sich in den letzten 20 Jahren massiv geändert. Mir persönlich ist unter den Beschwerden der Kundschaft von Tales of häufig der Begriff "Recycling" oder "Lieblosigkeit" zu Ohren gekommen. Wenn ich nun aber so ein Vesperia mit einem Xillia vergleiche, sehe ich sofort einen entscheidenden Unterschied im Arbeitsaufwand: Auf der einen Seite habe ich statische, gezeichnete Hintergründe, auf der anderen mit 3D gemachte, von verschiedenen Seiten betrachtbare Szenerien. Um mit gleich bleibender Teamgröße hier nun so viel Abwechslung zu erzeugen, dass es nicht irgendwo nach CopyPaste aussieht, braucht um einiges mehr Zeit, die die Firma vermutlich nicht stemmen kann oder will. Im Endeffekt haben wir es schließlich immer noch mit einem Unternehmen zu tun, man möchte in vorher festgesetzten Zeiträumen ein Spiel auf den Markt bringen. Nehmen wir an die Entwicklungszeit verdoppelte sich, würde das gleichzeitig doppelte Verkaufszahlen mit sich bringen? Ich wage es zu bezweifeln. Nicht nur die Erzeuger, auch die Kunden sind ungeduldiger, spiegeln unsere heutige schnelllebige Zeit wieder. Ein Teufelskreis. Als "Fan" wünsche ich mir natürlich ein Produkt, dass sich fertig anfühlt, verstehe aber auch die andere Seite und finde es dementsprechend schwer unter einen Hut zu bekommen. (Für mich persönlich sehe ich derzeit allerdings auch kein Problem in dieser Reihe, da ich die neueren Spiele nicht durchwegs schlechter finde.) "Nehmen aktuelle Free2Play Mobage Games wie Tales of Asteria oder Love Live langsam so viel Zeit bei euch im Anspruch wie reguläre Konsolen Spiele?" Zugegeben, jetzt im Moment schon. Ein wenig traurig macht mich das auch XD" Die vorgesehene Kundschaft bin ich allerdings nicht, da ich es nicht einsehe, für niedrige Wahrscheinlichkeiten Geld auszugeben, und genieße lediglich Story/Gameplay. Sollte dieser Bereich nicht punkten können, ist das Spiel genauso schnell wieder weg vom Fenster wie es gekommen ist. Diese generelle Tendenz zu Mobage ist schon etwas merkwürdig. Es gibt so viele Arten von Gameplay, die ein Smartphone dir nicht bieten kann. Und nur weil es grafisch besser wird, macht es das nicht geeigneter. Sich verbessern tun PCs genauso, aber im gleichen Maße altern sie auch viel schneller als eine Konsole mit einer von den Herstellern gestützten Lebensphase von 5-10 Jahren. Für mich ist der Großteil der Handyspiele lediglich eine Franchise-Erweiterung und nichts Eigenständiges (auch wenn sich auf meinem Gerät bereits eine einzige Ausnahme befindet xD). Was den Anteil der Mädchen angeht, bin ich selbst etwas überrascht. Zum einen, warum es nicht schon viel früher etwas besser auf die Geschlechter verteilt war, und zum anderen, weil ich keinen Grund dafür sehe, dass sie dominieren sollten. Ich nehme an es liegt an der Zunahme von Selbstbewusstsein zum Otaku-Dasein? Fundiert möglicherweise in der Anzahl Fujoshi (BL Leser). Im Manga Bereich war es vermutlich schon länger recht ausgeglichen, im Anime Bereich hat sich nur minimal geändert (Da nach wie vor viele Frauen Shonen Serien schauen/unterstützen). Abgesehen von der Flut an Otomege, die seit einigen Jahren um sich greift, sehe ich auch im Videospielbereich keine deutlichen Unterschiede. Vermutlich ist es an dieser größere "Bewusstsein" weiblicher Fans geknüpft. Übrigens, Otomate's Masse an Spielen ist mit Sicherheit nicht allein auf den Anklang des Genres zurückzuführen, sondern hängt auch damit zusammen, dass diese einfach zu produzierenden Spiele nicht gerade die höchsten Verkaufszahlen haben. Ein Otomege, das über 10k Einheiten absetzt zählt als Hit. Und selbst das ist verglichen mit richtigen Bestsellern nicht viel. Geld aus dem Franchise pumpen indem man Merchandise verkauft, zieht nur bei den "Flaggschiffen" etwas. Diese werden aber auch wirklich bis zum Gehtnichtmehr ausgeschlachtet. Wer zumindest ein gewisses Maß an interessantem Plot schätzt, sollte sich spätestens nach dem dritten Ableger Gedanken machen und anderen Spielen widmen. Fazit meinerseits. Die allgemeine Tendenz stimmt mich zwar schon ein wenig traurig. Bei den Herstellern oder Serien, die mich interessieren, sehe ich aber für mein Personal Enjoyment noch keine oder zumindest kaum Probleme. Es erscheinen nach wie vor mehr Spiele, die mich interessieren, als ich wirklich spielen könnte. Und wenn ich wirklich einmal nichts haben sollte, auf das ich mich freuen kann, meine potentielle Liste guter Spiele, die ich nachholen könnte, ist unendlich lang.
    • Idolmeister
      7. März 2016 at 22:20 Reply
      Hi Shiina (*^ワ^*). Eine Post von jemaden wie dir, der so Tief in der Szene verankert ist lesse ich immer sehr gerne. Vielen Dank ヘ( ^o^)ノ\(^_^ ). Das erste Problem das du aufzählst, sehe ich leider auch selbst auch eines der größten die die jp Spielebranche zu überwinden hat. Immer aufwendiger Spiele auf neuer Hardware, mit gleichbleibender Besatzung im selben Zeitraum sind eben nicht drin. Deshalb bin ich auch nach wie vor keine PS4. Es gibt bis auf 2-3 Außnamen keiner der die Hardware ausreizen kann. Ich hätte gerne noch 5 Jahre mit der Power einer PS3 oder Wuu auskommen können. Auch interessant was gerade du als Mädchen über Otomate schreibst. Ich als Außenstehender kann ja nur meinen Eindruck schlidern was ich im Urlaub so mitbekommen habe. Aber das war zumindest nicht zu übersehen,hehe. Du hast auch recht das 10K Einheiten für ein Otomege schon sehr viel ist, aber viel öfter verkaufst sich ein besseres Anime Game wie Girls und Panzer auch nicht. Es ist schon Geld verfügbar bei den Damen. Ich selber kenne in meiner Timeline auch viele die Mobages auf ihren Smartphone zocken, aber persönlich keinen der dafür Geld ausgibt. Die Akzeptanz hierfür ist aber in Japan in der Gesellschaft angekommen. Konnte schwer meinen Augen trauen wie viele ich immer in den Combinis sah die Prepaid Karten gekauft haben. War wirklich vergleichbar wie die Schachtel Zigaretten die hier an der Kasse im Supermarkt gekauft wird.
  • Besserwisser
    7. März 2016 at 19:15 Reply
    Ja, immer diese bösen westlichen Spiele. Sorry, aber dieser Bericht liest sich teilweise geschrieben wie von einem Japano Fanboy, dem jegliche Objektivität fehlt. Allein schon der Anfang mit Assassins Creed und dessen Anspruchslosigkeit. Gut, kann man durchaus so finden, aber gleich zu behaupten diese "Zielgruppe" steht auf Anspruchslose Spiele, während man selbst fast jede Japansiche Nische feiert. Manchmal habe ich das gefühl, die vorraussetzung für ein "Anspruchsvolles Spiel" ist ein Anime Stil ;) Und damit wir uns nicht falsch verstehen, ich liebe Japansiche Spiele, aber ich messe nicht mit zwei maßen.
    • Idolmeister
      7. März 2016 at 21:47 Reply
      Hallo Besserwisser,hehe.Danke,für deine Antwort ^^. Hier geht aber es nicht darum ob westliche Spiele gut oder schlecht sind, sondern den Impact, den sie auf die jap Videospieleindustrie haben. Du liesst hier auch nicht den verbitterten Text eines Fanboys, aber ich wähle meine Worte sehr gut. Ich bin nicht traurig wenn hier ein Assassins-Creed-Fanboy weniger vorbeischaut, da das nicht "meine" Zielgruppe ist ;). Die Anspruchslosigkeit eines Assassins Creed ist ihre größte Stärke, und der wohl der einzige Grund wieso diese und andere großproduzierte Spiele so erfolgreich sind. Gute Grafik, eine einfache Steuerung, leicht zu verstehende Handlung und schnelle Erfolgserlebnise ohne Frusttration. Das gleiche kannst du natürlich auf jeden Marvel Film der in der 2. oder 4. Fortsetzung hunderte von Millionen an der Kinokasse einspielt. Das ist keine Hochkultur, aber das ist kein auch Problem. Es ist kein Geheimnis das ich kein Fan von solchen Werken bin, aber ich weiß das ich jene anspruchslose Massenware brauche, ohne ist "meine" Underdogszene nicht überlebensfähig.
      • Besserwisser
        8. März 2016 at 00:36 Reply
        War übrigends nicht so fies gemeint, wie es sich anhört. Hab da vielleicht auch was falsch interpretiert. Ich bin auch alles andere als ein Fan von Assassins Creed, CoD und Co.
        • Idolmeister
          8. März 2016 at 16:02 Reply
          Nicht für ungut (シ_ _)シ. Ich bin mir bewusst das wie ich schreibe sofort von vielen abgestempelt werde, aber das hält den harten Kern besser zusammen ( 。・_・。)人(。・_・。 ). Vielleicht gefällt es dir hier ja auch ganz gut (─‿‿─).
  • animeblog_de
    8. März 2016 at 08:51 Reply
    Der Wandel in Japan wie hier beschrieben und dazu bei uns zum einen der Einfluss von ultra-linken Ansichten durch Kotaku, Polygon und radikale Feministinnen auf im Westen entwickelte Spiele und zum anderen die radikale und ausufernde Zensur durch Nintendo & Co. von den wenigen richtigen japanischen Spielen die noch zu uns kommen. Die Zukunft ist finster.
    • Idolmeister
      8. März 2016 at 15:17 Reply
      Die westliche Hexenjagd auf japanische Spiele habe ich jetzt wenig Beachtung geschenkt auf meinem Japantrip. Aber bei so einem technisch aufwendigen Spiel hätte wie Xtreme Beach Volleyball 3 hätte sich Tecmo denke ich gut überlegt ob sie mit der Entwicklung überhaupt anfangen, wenn sie ihr Spiel nicht auf dem Rest der Welt verkaufen können. Den öffentlichen Scheiterhaufen wird sich keine Firma gerade freiwillig stellen. Aber es brechen automatisch schonmal mindesten 50% der Verkäufe weg, wenn man sein Spiel nur guten Gewissens nur in einer Region verkaufen kann. Zumindest war Tecmo schlau und hat wenigsten noch eine Vita Version gemacht ... mit nur der PS4 Fassung von Xtreme 3 hätten sie in Japan gerade keinen Blumentopf gewonnen (^~^).
  • 8. März 2016 at 13:13 Reply
    Ich denke für den Zustand den du da beschreibst gibt es ein paar Gründe die in der Entwicklung der letzten 10-15 Jahre liegen: - Der Shift der Konsolen von Arcade-Hardware zu PC-Hardware. Da die meisten jap. Entwickler auch Arcadespiele entwickelten waren die Konsolen für sie einst heimisches Terrain, die Entwicklung der Konsole hin zu einem konsolifizierten PC begünstigte hingegen westl. PC-Entwickler. Merkt man allein schon an dem großen Erfolgsmarsch von ehemals reinen PC Genres (zB FPS) in der Konsolenwelt. - Als Begleitumstand die großen Synergien, die in den USA mit anderen Tech-Bereichen geschaffen werden konnten und in Japan fehlen: zB standardisierte Engines, VFX Technik aus Hollywood, MMO ermöglichende Serverarchitekturen, generell die große Menge an verfügbarem Kapital in der Tech-Branche - Der große Erfolg von Wii, DS und PSP in Japan führte zu einer Vertiefung des Grabens zwischen dem jap. und westl. Markt: Warum zeit- und kostenaufwändig Spiele für einen Markt produzieren, den du nicht gut kennst, wenn du günstig und effizient den heimischen Markt ansprechen kannst? Diesen Verlust des universellen Anspruchs merkt man zB deutlich am Wandel des JRPGs vom epischen Storytelling hin zur Fanservice Moe-Maidchen Nabelschau. (Löbliche Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber der Trend ist deutlich erkennbar.) - Durch den heimischen Erfolg der Low-Tech Hardware haben sich japanische Entwickler selbst ins technische Abseits manövriert. Klar, jeder Zocker der was auf sich hält, weiß dass Gameplay und nicht Grafik entscheidend ist, aber für den 08/15 Ottonormalverbraucher PAL-Hans der 90% der Käuferschaft ausmacht und für den Videospiele nur ein dummer Zeitvertreib sind, sind solche Oberflächlichkeiten nunmal wichtig. - Hinsichtlich ihrer globalen Relevanz befindet sich die japanische Spieleindustrie in einem Teufelskreis: Sie ist nun in einer Position wo es immer schwieriger ist im Westen mehr als nur ein Nischendasein zu fristen (selbst wenn sie aus der Nische ausbrechen wollten). Zumal sich der westliche Zocker auch immer mehr von japanischen Produkten entfremdet; gefordert werden hyperrealistische Kriegsschauplätze mit Fokus auf Online-Play. Dass viele japanische Spiele von den radikalfeministischen Kulturkriegern aus den USA den sexistische-Kackscheiße-Stempel aufgedrückt bekommen (ob berechtigt oder nicht) macht die Sache natürlich nicht besser. Dadurch verstärkt sich die Spaltung der Märkte noch mehr, zumal ihnen der wirtschaftliche Erfolg in der Heimat recht gibt — dank der Mobile Sparte stehen japanische Entwickler und Publisher momentan besser da als schon lange nicht mehr. Frage ist nur wie lange der Mobile-Boom noch anhält. Ich denke jedenfalls nicht, dass die japanische Spieleindustrie (abseits von einigen wenigen Ausnahmen wie Platinum oder From Software) noch einmal im Konsolenbereich zur einstigen globalen Relevanz zurückfinden wird. Gerade für Nintendo könnte es in nächster Zeit sehr, sehr ungemütlich werden, sollte der NX nicht zünden. Für Leute die mit SNES und PS1 sozialisiert wurden und das goldene Zeitalter japanische Videospiele live miterlebt haben ist diese Entwicklung natürlich besonders bitter — aber leider ist nichts für die Ewigkeit. Was den Schift von der männlichen zur weiblichen Anime-Klientel betrifft, so war diese Entwicklung auch schon lange vorhersehbar, da im weiblichen Markt eben noch Wachstum möglich ist. Ist mit Nerd-Kram im Westen ja auch nicht viel anders. Generell begrüße ich diese Entwicklung, da es meines Erachtens gar nicht genug nerdige Mädels geben kann. ;)
    • Idolmeister
      8. März 2016 at 21:17 Reply
      Eine Meinung die ich ohne wenn und aber nur unterschreiben kann \(^∀^)メ(^∀^)ノ. Wieso schreibst du bei uns nicht eigentlich auch ab und zu mal einen kleinen Artikel (*ノωノ)?
    • Ted DiBiase
      11. März 2016 at 15:30 Reply
      Erstmal wieder ein großes „Dankeschön“ an Idolmeister für den Kommentar! Ich hab ja schon mehrfach erwähnt, dass ich ein großer Fan davon bin. Ich find’s nach wie vor besonders klasse, dass man über deine Beiträge immer so gut diskutieren kann. ^^ CIT, deinen Beitrag zum Kommentar fand ich besonders interessant, wobei ich bei deinen Feststellungen doch nochmal nachhaken möchte. Zu deinem ersten Punkt: Shift von Arcade-Konsole zu PC-Konsole. Da stellt sich natürlich die Frage, weshalb Arcade vorher so ein wichtiger Bezugspunkt für Konsolenspiele und vielleicht sogar Videospiele im Allgemeinen war? Ich glaub, das hat mit Konsole, Arcade oder PC als Spieleplattform an sich weniger zu tun. Der Punkt ist glaub ich eher, dass die Arcade vorher lange die technische Referenz war und deshalb so viele dort rüber geschaut haben. Im Westen war wiederrum der PC ab irgendwann in den Neunzigern die Referenzgröße in Fragen technischer Machbarkeit. Die Schnittstellen zwischen Konsole und Arcade bzw. Konsole und PC haben dann die Konsolenspieleentwickler meistens hergestellt. Wenn also der Grundgedanke lautet, sich an der aktuell höchsten Stufe der Machbarkeit zu orientieren, spielt die Kategorisierung der Hardware wahrscheinlich nicht mehr die größte Rolle. Gerade bei Segas Spielhallen Hardware in den neunzigern find ich die Trennung zwischen Arcade und PC schon nicht mehr wirklich einfach. Das hat sich wahrscheinlich grundsätzlich auch in den letzten Jahren kaum geändert, nur das die technischen Unterschiede zwischen PC, Konsole und Arcade heute weniger stark auffallen. Dazu kommen noch andere Punkte: PC-Spieleentwicklung gibt’s ja auch schon ne ganze Weile in Japan und das nicht nur im 18er Bereich. Ich glaub, ein Grund für den Erfolg vor allem der PC-Engine CD in Japan war die große Zahl von PC88/98-Umsetzungen, z.B. Y’s, Xak, Dragon Knight, Valis usw. Also insofern ist das auch kein vollkommen unbekanntes Gebiet für japanische Entwickler. Gerade Falcom hat den Übergang von PC zu PSP, Vita (und wahrscheinlich auch PS4) ziemlich gut hinbekommen. Deswegen glaub ich nicht unbedingt, dass die technische Komponente eine so große Rolle dabei gespielt hat, dass sich die Spieleentwicklung in Japan in die gegenwärtige Richtung bewegt. Wenn man’s genau nimmt, war bei der technischen Ausreizung der Konsolen ohnehin der Westen immer ganz vorne: Donkey Kong Country oder Stunt Race FX auf SNES; die ganzen Rare Sachen auf N64; God of War oder Killzone auf PS2. Daher find ich auch, dass dein zweiter Punkt (Stichwort „Synergien“; das böse S-Wort aus den Abteilungsleiter Meetings^^) nicht komplett greift, weil nämlich die japanischen Konsolen- und im nächsten Schritt die japanischen Spieleentwickler gar nicht schlecht darin sind, Konzepte auf der Grundlage neuer technischer Entwicklungen aufzugreifen und dem ganzen dann eine eigene Handschrift zu geben, z.B. Monster Hunter. Eigentlich würd ich gern noch zu deinen anderen Punkten was schreiben, aber das wird wahrscheinlich etwas lang. Vielleicht mach ich das später noch…
      • Idolmeister
        13. März 2016 at 15:50 Reply
        Wenn ich auch meinen Senf dazu geben darf ;). Der PC-Markt war in den 90igern ein großes Ding in Japan, aber so ab Anfang 2000 so tot wie die Vita 2016 im Westen. Heute spielt der PC abgesehen von ein paar Eroges keine Rolle mehr in Japan. Falcom sehr später Sprung auf die PSP hat denen damals den Arsch gerettet. Ich glaube aber auch nach der PS2 viele jap. Top Entwickler den Techniksprung verpasst haben. Ist ja auch nicht verwunderlich wieso. Die 360 und PS3 sind nie richtig durchgestartet, die erfolgreichen Systeme wie PSP, Wii und 3DS waren der PS2 von der Grafikleistung sehr ähnlich. Das ist denke ich der Hauptgrund warum sich in den letzten 10 Jahren bis auf wenige Außnahmen nicht wirklich was grafiktechnisch getan hat.
        • Ted DiBiase
          15. März 2016 at 14:39 Reply
          Irgendwie scheint's schon so, dass viele japanische Entwickler größere Schwierigkeiten hatten, den Übergang von PS2 zu 360 und PS3 hinzukriegen. Wobei's sicher nicht daran gelegen hat, dass es die Leute nicht versucht haben. Ich denk gerade an Irem mit Disaster Report oder G.Rev mit Strania. Echt schade, dass uns auf PS4 und Xbox nur Platinum und From Soft geblieben sind.
  • Jürgen
    8. März 2016 at 14:59 Reply
    Ich erwarte aus Japan eh nichts mehr Neues was meinen Spielegeschmack trifft, aber daß der Retro-Markt jetzt da drüben auch explodiert finde ich, auf gut Deutsch gesagt, Scheiße.
    • Idolmeister
      8. März 2016 at 21:19 Reply
      Kopf hoch Soldat! Wir sind vielleicht am Boden, aber noch lange nicht tot ᕦ(ò_óˇ)ᕤ! Hier und da kommt ja doch noch auch was schönes neues raus. Und nicht jedes gute alte Spiel muss hunderte von Euros kosten.
      • Jürgen P.
        8. März 2016 at 21:33 Reply
        Recht hast du. Ich bin nur deprimiert durch die aktuelle Situation und komme mir wie ein lebendes Fossil vor. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und Darius CS und Raiden V sind ja immerhin ein Lichtblick.
  • Domi
    8. März 2016 at 15:49 Reply
    Da schämme ich mich das ich es noch nicht hinbekommen habe nach Japan zu Reisen :-(
    • Idolmeister
      8. März 2016 at 21:21 Reply
      Versteck dich nicht hinter Ausreden wie ich über ein Jahrzehnt. Spar dir 2000€ an und du bist good to goヾ(´▽`;)ゝ. Wir helfen dir gerne weiter wenn du Fragen und Ratschläge brauchst.
  • Thomago
    8. März 2016 at 17:08 Reply
    Ich fasse mal zusammen: - aufwändig produzierte westliche Titel wie AC und CoD sind zunehmend erfolgreicher als japanische Spiele - japanische Entwickler scheuen zunehmend aufwändige Spieleproduktionen Ich nehme nun Ockhams Rasiermesser zur Hand und behaupte, dass die in Weeaboo-Kreisen wohlbekannte japanische Götterspielerrasse, die ausschließlich gameplaytechnisch überlegene japanische Götterspiele delektiert, nicht über die Jahre ausgestorben ist und/oder durch anspruchslose Salarymen ersetzt wurde, sondern dass es sie so nie gegeben hat. Vielmehr greifen die japanischen Spielerschaft deshalb vermehrt zu westlichen Spielen, weil sie Freude an aufwändig produzierten Spielen haben. So einfach kann das sein.
    • Idolmeister
      8. März 2016 at 21:28 Reply
      Durch viel und aufwendig gestaltete Werbung werden westliche Spiele auch deutlich mehr wahrgenommen. So ein 15m großer Assasssins Creed Banner mitten in Akiba kann nur schwer übersehen werden. Aber wie du schon richtig erkannt hast, die Motte fliegt zum hellsten Licht. Die selbe Formel hat gerade Disney mit seinen Marvel und Star Wars Neuauflagen perfektioniert. Laute aufwendige leichtverdauliche Kost für die Masser der medien-begeisterten Bevölkerung. Das funktioniert wohl überall auf der Welt.
  • Ted DiBiase
    12. März 2016 at 09:33 Reply
    Mir war bis ich deinen Kommentar gelesen hab noch gar nicht aufgefallen, dass weibliche Zocker für die Spieleentwickler in Japan mittlerweile so wichtig geworden sind. Echt interessant! Im Moment hab ich aber nicht das Gefühl, dass sich das auf die Zahl von Neuankündigungen ausgewirkt hat, die ich interessant finde. Mit Uppers und Y's VIII für Vita, Starfox und Zelda fuer Wiiu, Nier Automata und Last Guardian für PS4 und Turtles und Dark Souls 3 für alle möglichen Plattformen komme ich locker bis 2017 hin. Außerdem muss ich noch Splatoon, Raiden V, SFV, Yomawari, Tokyo Xanadu und Darius Burst nachzocken. Der Ausblick könnte schlechter sein. :-)
    • Idolmeister
      13. März 2016 at 15:35 Reply
      Der Million Dollar Man schaut auch mal wieder vorbei, immer ein gern gesehener Gast ( ´ ▽ ` )ノ. Die weiblichen Zocker sind inzwischen ein wichtiges Standbein der japansichen Videospielindustrie. Ich denke das diese Gunst inzwischen mehr Kaufkraft hat alles das was an klassischen Spielen Beat em Ups oder STGs erscheint. Du has schon recht alle 3-4 Monate erscheint schon noch etwas halbwegs Interessantes nur kauft man halt inzwischen auch viel weil es nichts mehr Besseres gibt. Gerade wenn man Street Fighter oder Raiden V ansieht sind das ja wohl mehr Schaten ihrer selbst ...
  • Ted DiBiase
    15. März 2016 at 14:14 Reply
    Ja, ist tatsächlich schon ein bisschen her, dass ich hier was gepostet hab. Freut mich aber, dass du dich noch daran erinnerst.^^ Als du das mit den 3-4 Monaten Wartezeit für neue nennenswerte Spiele aus Japan geschrieben hast, ist mir erstmal aufgefallen, dass die Auswahl auf den einzelnen Systemen doch etwas mager geworden ist. Wenn man alle aktuellen Systeme zu Hause stehen hat, kriegt man vielleicht mehr oder weniger regelmäßig noch interessante Sachen aus Japan. Wenn man schon Vita und 3DS wegnimmt, ist's wahrscheinlich ein Spiel alle zwei oder drei Monate. Da entwickelt sich's im Moment nicht wirklich zum Positiven...
  • SOYUZA
    21. Juni 2016 at 11:26 Reply
    Also bei solchen Sachen finde ich dass mann nicht nur auf Japan schauen sollte, sondern mann muss die gesamte Industrie betrachten um das Problem zu verstehen. Stimmt es das Japans Konsolen Spiele Industrie nicht mehr so groß ist gegenüber dem Westen als es mal war? Ja das stimmt. Aber wie sieht es denn in Deutschland aus? Gibt es hier irgendwelche nennenswerten Spiele, vor allem AAA Spiele die in Deutschland Produziert werden? Da liegt die Zahl eindeutig bei Null. Und da gab es doch mal früher eine große Szene auf den Amiga mit Turrican und anderen Spielen. Genauso kann ich auch auf Großbritanien schauen das ja angeblich der größere Konsolen Markt ist als Japan. Da gibt es aber außer GTA das Rockstar gehört (USA), auch nicht viel mehr außer eine Rennspiel und Strategy Spiel Reihe. Tomb Raider wird ja jetzt auch in Kanada gemacht, und Lara spricht jetzt mehr mit einen Amerikanischen Akzent anstatt einen Britischen. Wir sprechen immer vom Westen, aber dieser Ausdruck ist eigentlich total Falsch in der Videospiel Industrie. Denn er suggeriert das jedes Westliche Land den gleichen Anteil leistet was aber definitiv nicht stimmt. Denn die meisten sogenannten ''Westlichen'' Spiele kommen ganz klar aus den USA, danach vielleicht etwas Kanada. Während die EU da ganz klar hinterher hingt, die Europäische Videospielentwickler Industrie ist nicht Andersen vergleichbar mit den USA, vor allem nicht mit 500 Million Menschen die wir haben. Wenn es also nur nach Ländern geht dann sind die Japaner immer noch die Nummer 2 was sie schon immer waren. Und viele versuchen hier immer Gründe zu geben und denn Japanern immer die Schuld zu geben an ihr versagen. Ihre hättet das und das anders machen sollen, PC ist gut bla bla. Fangt doch mal bei euch selber an kann ich den PC liebenden Europäern nur sagen. Das Problem ist doch letztendlich wie die Amerikaner ihre Kultur verbreiten in Sachen Medien und bei den Internet und anderen Standards. Das wird nun mal auch in Japan nicht locker machen, auch wenn es bei weitem nicht so ausgebaut ist wie hier. Also ihr seht wo ich hinaus will vom Hobby zum Politischen, denn solche Themen sind nicht nur ein Japan oder Videospiel Problem, sondern das ist ein Problem der gesamten Menschheit mit den USA und zum teil auch mit dem Kapitalismus (Monopol/Konzentration von Macht).
    • Idolmeister
      21. Juni 2016 at 14:54 Reply
      Du musst mich entschuldigen, aber der Fokus war schlussendlich auf meiner Japanreise, deshalb bin und wollte ich auch nicht auf den Rest der Welt eingehen. Aber ich muss dir natürlich zum Großteil recht geben. Bei den deutschen Studios denke ich aber das die Wahrnehmung anders ist als die Realität. Haben Factor 5 und co in den 90igern wirklich so viel gerissen auf der Welt, oder ist das ähnlich wie mit den ganzen coolen kleinen japanischen Firmen wie Technosoft oder Compile? Da gibt es viele extreme Fans, aber darüber hinaus waren die eigentlich auch nur wirtschaftlich gesehen eine Randnotiz. Bei den englischen Firmen hat es aber etliche größere wie Lionheart oder Bizzare Creations in den letzten Jahren zerissen. Es gibt zwar mit Deep Silver und Rare schon noch ein paar mächtigere, aber Ubisoft und co können die im Leben nicht das Wasser reichen. Mein Hauptproblem ist das Japan mit den wenigen groß produzierten Spieln jetzt versucht sich anzupassen. Das ist sicherlich auch das Endproblem was du beschrieben hast. Vor 10-15 Jahren hat sich kein Japaner den Kopf zerbrochen ob außerhalb des Heimmarktes mehr Erfolg haben kann wenn irgendwas geändert wird. Durch Einschränkungen geht immer leider viel Kreativität und Innovation den Bach runter (シ_ _)シ.

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