Ich bin ja schon eine ganze Weile im Zockergeschäft, aber etwas das man mit Corpse Party vergleichen kann habe ich noch nie gespielt. Das Grauen und die Angst die diese kleine PSP Spiel ausstrahlt musste ich noch bei keinem anderem Horror Game erleiden [superemotions file=”icon_eek.gif” title=”EEK”]!

Wenn ihr oben den Trailer gesehen habt, werdet ihr euch sicher denken “Was erzählt der Typ für eine Scheiße, ein Survival Horror Spiel das aussieht wie ein Super Nintendo Rollenspiel soll gruselig sein?! Im Leben nicht!” [superemotions file=”icon_confused.gif” title=”Confused”].
You’re DEAD FUCKING WRONG [superemotions file=”icon_wink.gif” title=”Wink”]!
Wenn mich Corpse Party eines mal wieder gelehrt hat dann das die technische Umsetzung der Grafik das aller unwichtigste bei einem Spiel ist. Was hilft die schönste Grafik eines Crysis 2 oder Rage wenn der Rest lahm ist?

Aber der Reihe nach, die Story fängt sehr anime-klischeehaft und an lässt kaum erahnen wie nahezu perfekt der Plot zusammen gewoben ist [superemotions file=”icon_exclaim.gif” title=”Exclaimaition Mark”]. Der letzte Tag vor dem Schulfest steht bevor, eine Mädchen von den Schülern der Mittelstufe zieht im nächsten Schuljahr in eine andere Stadt, so wollen die Acht Jugendlichen und die Lehrerin ewige Freundschaft schwören. Nur untaktisch das die Ewigkeit ziemlich lang dauern kann wenn man den Bunt  mit einem oklulten Zauber besiegeln will. Was als Spaß beginnen sollte und Hobby Okultistin Ayumi in einem Web-Blog gelesen hatte wird schnell bitterer Ernst. Ein Erdbeben verschluckt die Klassenkameraden und spuckt sie gleich wieder aus. Im ersten Augenblick wirkt alles vertraut nur durch das Beben zerstört, aber es ist nicht die selbe Schule [superemotions file=”icon_surprised.gif” title=”Suprised”].


Der eigentlich Schuaplatz des Spieles ist die Heavenly Host Elementary School. Das Gebäude wurde vor 30 Jahren geschlossen und abgerissen nach dem 4 Grundschüler entführt, brutalst misshandelt und ermordet wurden. Durch die Hallen der Schule streunen aber nicht nur die Seelen der 4 entführten Kinder, sondern auch alle anderen Seelen, die das Ritual versucht hatten. Viel mehr will ich jetzt auch gar nicht spoilern, aber das Spiel hat eine fesselnde und gut durchdachte Handlung mit unzähligen Story Wendungen wie ich es bis jetzt nur ganz, ganz selten erlebt habe. Das fällt schon in die Riege von einem Xenogears oder Snatcher [superemotions file=”icon_smile.gif” title=”Smile”]!

Der Aufbau des Spiels hat auch wenn es den Look eines 16Bit RPGs hat nur wenig damit gemeinsam. Man schlüpft abwechselnd in die Haut der 9 Freude meistens in zweier Teams, die auch nicht frei wählbar sind (vom letzten Abschnitt des Spieles mal abgesehen). Das Geniale ist dabei das zwar alle Charas in der besagten verfluchten Schule gefangen sind, aber in einer Art Nexus. Jener ist durch die Seelen der toten Kinder entstanden und bietet verschiedenen Versionen und Zeitzonen der selben Schule. In selten Fällen überlappt sich dieses Zeitkontinuum sogar. Das bedeutet das man Ereignisse sieht, die noch gar nicht passiert sind und gar nicht richtig zuordnen kann. Sehr faszinierende Idee [superemotions file=”icon_cool.gif” title=”Cool”].

Gegen die Geister kämpfen ist unmöglich, man ist immer auf der Flucht [superemotions file=”icon_eek.gif” title=”EEK”]. Das ist aber jetzt nicht so stressig wie es sich anhört. Die toten Kinder können keine Projektile oder ähnliches schießen. Vorsicht ist aber trotzdem geboten bei nur einer Berührung ist Feierabend.  Diese “Action” Sequenzen sind aber nur ein kleiner Bestandteil von Corpse Party, hauptsächlich puzzled man sich wie in einem guten alten Grafik Adventure durch die Levels. Mit dem Brecheisen reist man eine Bretterwand nieder, oder mit ein Schlüssel sperrt man Spieluhr auf. Jetzt nichts Welt bewegendes was einen groß fordert, aber das gesamte Spiel hat die selbe Formel wie Hideo Kojimas Snatcher oder Policenauts. Auch hier waren Rätsel oder die Actioneinlagen nicht wirklich der Hit, aber die Liebe die in die Charakterausarbeitung, den Dialogen und der Story gewidmet wurden suchen ihres gleichen [superemotions file=”icon_heart.gif” title=”{#superemotions_dlg.heart}”].
Auch viel Backtracking muss man ertragen, aber das ist Dank des fantastischen Soundtracks nicht wirklich schlimm. Noch so ein Problem der heutigen Spieleindustrie, so gut wie alles hat einen Bombast Orchester Film Soundtrack wo bis auf das Hauptthema nie was länger im Hirn hängen bleibt. Nicht so die Mucke von Corpse Party, die hat genau das was auch den Castlevania oder Final Fantasy Sound so unvergesslich machte. Schon das Thema vom ersten Chapter kann man Stunden hören und nickt immer noch im Takt mit [superemotions file=”icon_kiss.gif” title=”{#superemotions_dlg.kiss}”].

Die Ur Version von Corpse Party ist ein ganz alter Schinken. Damals noch als PC98 Doujin Spiel (ein japanische Heimcomputer von NEC, hat nichts mit Windows oder Mircosoft zu tun), das einfach mit einer Art RPG Maker programmiert wurde. Trotz der 8-Bit Grafik, entwickelte sich schnell eine richtige Hardcore Fanbase um das ungewönliche RPG. Es richtete sich an einer erwachsenen Zielgruppe aber war kein Eroge (Erotic-Game) und konnte auch ein paar Indie Programmier-Preise abräumen. In der ersten Version gab es sogar noch Dragon Quest RPG Kämpfe. Dann wurde es aber für über 10 Jahre still um das Horror Spiel, und die Fans mussten sich selber über Wasser halten und brachten Corpse Party Zero raus, was die Handlung von einer anderen Gruppe erzählt die zuvor schon in der Schule gefangen war und von denen man im Original die verwesten Überreste gefunden hat.

Corpse Party 1996 auf PC98

2008 kam von der original Firma “Team GrisGris” für PC mit Corpse Party: Blood Covered ein richtiges Remake raus. Komplett neue Grafik, die Story extrem aufgebohrt und teilweise gabs sogar ein wenig Sprachausgabe. Glücklicher Weise flogen die Rollesspielkämpfe auch raus. Das Ungewöhnliche war das Spiel kam nach und nach in Episoden in den Läden. Am Ende gab es 5 DVDs wo je ein Chapter der Geschichte zu finden ist. Was ein schöner Zug für die Fans war, sogar einige Schüler Leichen  aus dem Fan Projekt Zero wurden ins Spiel eingebunden. Es gibts sogar eine Fansub Übersetzung davon, aber soviel ich weiß leider nur die ersten 4 Chapters … also wer mit extremen Cliffhanger nicht zurecht kommt, sollte es gar nicht erst versuchen.

Der Sountrack von Blood Covered inkl. Sachiko Charm

Der ganze große Coupe gelang Team GrisGris Ende 2010 wo sie beim Visual Novel und Adventure Publisher 5pb  unter Vertrag kamen. 5pb hat sich mit Steins;Gate bis ans Ende der Zeit einen Platz der ewigen Top 10 der besten Spiele in Japan gesichert. Das Remake vom Remake hat auch wieder einen neuen Titel bekommen. Und was für Einen! Corpse Party: Blood Covered Repeated Fear! Ist auch genau die Version die es in den Westen geschafft hat. Das Leichen Fest kam genau zur richtigen Zeit auf der PSP raus. Die PSP ist ja eh mit die angesagteste Konsole in Japan und was dieses Genre angeht gibt es keine bessere Plattform. Repeated Fear ist die ultimative Corpse Party Fassung. Nochmal erweiterte Story, arrangierter Soundtrack, komplett überarbeitetes Charakterdesign, simulierter Surround Sound über Headphone und das allerwichtigste komplette Sprachausgabe!

corpsenaomipc corpsenaomipsp
Naomi in der PC Remake Version von 2008                      100% mehr moe die PSP Naomi

Die Seiyuus die für Repeated Fear ausgewählt wurde lassen jeden Otaku im Dreieck fappen [superemotions file=”icon_heart.gif” title=”{#superemotions_dlg.heart}”]. Wir haben zum Beispiel für die weiblichen Hauptfigur Naomi die Sprecherin Rina Sato von Mikoto Misaka aus Railgun/Index, Yuka wird von Eri Kitamaura gedubbed die man von Yui aus Angel Beats kennt, oder  Ayumi spricht Asami Imai die die Seiyuu von Kurisu Makise aus Steins;Gate ist. Diese Qualität zieht sich durchs ganze Spiel durch, für andere Charakter haben wir auch noch vertraute Stimmen aus Bakemonogatari oder Madoka Magica. Der Atmosphäre im Spiel kommen solche Profis natürlich nur zu gute, das auf engl. zu dubben wäre auch ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Der Gruselfaktor bei Coprse Party ist zwar hoch, und man erschrickt sich trotz der niedlichen Grafik öfter als man denkt, mit den Genre Referenzen wie Tecmos Rei/Fatal Frame Serie, Dead Space oder Silent Hill 2 kann es aber dann doch nicht mithalten. Was aber Team GrisGris schafft wie kein anderes Spiel zu verbreiten ist den Terror und das Grauen das die Figuren durchmachen in Worte zufassen. Ich habe ja schon viele schlimme Filme und Spiele gesehen, aber was da ab geht hat mich unzählige Male mit weit auf gerissen Augen und offenen Mund erstarren lassen. Kannibalismus unter Grundschülern wäre da nur ein Fall, viele Tabus kennt Corpse Party nicht. Jeder der Schüler versucht auf seine andere Art das bisschen Verstand und Menschlichkeit zu bewahren. In einer Welt wo es keinen Ausweg, keine Nahrung oder Wasser, nur die Aussicht das man seinen sicheren Tod und die Qualen immer und immer wieder durchlebt [superemotions file=”icon_surprised.gif” title=”Suprised”].

Keine Hoffnung nur ewige Qualen

Ähnlich wie bei Dark Souls gibt es auch viele Stellen und Fallen wo man so gut aufpassen kann wie man will, aber man wird das erste mal in der Situation grausam verrecken. Aber Sterben gehört einfach zum Spiel dazu. Gerade deswegen das nicht jeder Tod zu verhindern ist geht man viel angespannter und vorsichtiger  durch die einzelnen Levels, immer in der der Gewissheit das die nächste Aktion auch die letzte sein könnte. Es wollen auch viele Entscheidungen getroffen werden, der Ausgang ist aber nicht so einfach zu erahnen wie in Biowares Mass Effect. Nur sehr selten gibt es solche 08/15 Antworten die nur eine gute oder böse Absicht auswählen lassen. Das gepaart mit dem hervorragenden Schrei Talent der Seiyuus und einer markerschütternden Handlung macht die Faszination von Coprse Party aus [superemotions file=”icon_smile.gif” title=”Smile”].

Euere Entscheidungen führen zu vielen verschiedenen Enden

 

Persönlich hätte ich nie damit gerechnet das sich mal jemand traut Corpse Party in den Westen zu bringen. Was aus wirtschaftlicher Sicht auch komplett bescheuert ist. Wenn es eine Kombination von Wörtern gibt die kein US Publisher gerne hört ist das: PSP + veraltete Technik + RPG/ADV. Keiner? Doch ein Laden ist wahnsinnig genug so was massenunkompatbeles für ein totes System wie die PSP im Alleingang zu veröffentlichen. Dafür bin ich Xseed und ihren Chef Übersetzter Tom Lipschultz ewig dankbar _| ̄|○. Das ist eine verdammt kleine Firma die sich das Risiko eigentlich nicht erlauben kann auf die Schnauze zu fallen. Bei keinem anderen Publisher für japanische Spiele steckt so viel Herzblut drin wie bei Xseed, man merkt jede Sekunde das die selber genau so viel Spaß an den Spielen haben wie ihre Kunden auch. Einziger Wermutstropfen ist leider das es Coprse Party nur als Game on Demand ins PSN geschafft hat und man keine würdige Hülle ins Regal stellen kann. Dieser Schritt ist aber komplett nachvollziebar, zu unbeliebt ist die PSP im Westen und mit einer UMD Version kann man wenn die Vita raus ist auch nur wenig anfangen. Der Vorteil ist aber das es gerade mal 20$ kostet und wer sich trotzdem noch mies dabei fühlt kann es ja wie ich machen: Einfach nochmal die japanische Version kaufen, die UMD ins Laufwerk stecken und die Download Version dann starten [superemotions file=”icon_wink.gif” title=”Wink”].

Eine kleine Ehrung an Tom Lipschultz für seine Arbeit von siliconera.com

Die europäische Version von Corpse Party steht auch in den Startlöchern für das PAL PSN, also gibt es keine Ausrede sich dieses großartige Spiel nicht zu holen [superemotions file=”icon_exclaim.gif” title=”Exclaimaition Mark”]. Ihr habt keine PSP? Ganz schlecht, entweder wie ihr wartet noch ein paar Monate bis die Vita hier raus ist oder verkauft halt euere 360 oder PS3 so wichtig sind die nicht [superemotions file=”icon_wink.gif” title=”Wink”]. Jeder der einen starken Magen hat, sich von Minuten langen Gesprächen und der zweckmäßigen Grafik nicht abschrecken lässt, muss sich Team GrisGris Meisterwerk holen. Für mich ist Corpse Party eines der besten japanischen Spiele die je für den Westen lokalisiert wurden. Ich bin ja kein Freund von Wertungen, aber mein Spiel des Jahres 2011 kenne ich jetzt [superemotions file=”icon_kiss.gif” title=”{#superemotions_dlg.kiss}”].

 

Bei den Kollegen von Manuspielt gibt es auch einen kleinen, feinen Podcast mit meiner Wenigkeit zu Corpse Party [superemotions file=”icon_exclaim.gif” title=”Exclaimaition Mark”].

 

« »