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Was macht man 24 Tage in Japan wenn man möglichst viel vom Land sehen will und möglichst mal sein will? Dieser Reiseguide will ein Vorschlag sein wie man seine Zeit in Japan verbringen kann. Ich fasse kurz und knapp meine 24 Tage in Japan zusammen ^_^

Japan in 3,5 Wochen knallhart (fast) komplett durchreisen!

Mein Anspruch war es möglichst keinen Tag Leerlauf zu haben und das beste aus der Zeit zu machen. Das bedeutet, dass der Reiseplan recht straff ist und konstant was gemacht wird. Ist zwar manchmal anstrengend, aber es ist eine andere Anstrengung als Arbeit. Ich hab mich nach dem Urlaub sehr erholt gefühlt – ausgepowert, aber echt entspanntDennoch in den 3,5 Wochen hab ich mehr wie 4 kg abgenommen. Netter Nebeneffekt ^_^

Vorbereitungen in Deutschland

Vielleicht ein Paar grundlegenden Dinge vorweg, die mir spontan einfallen und um die ihr euch auf jeden Fall kümmern solltet:

1. Japan Rail Pass

Ihr müsst euch, bevor ihr in Japan seid, den Japan Rail Pass bestellen. Er erlaubt es euch fast alle JR Bahnen in Japan kostenlos zu fahren. Damit lässt es sich sehr entspannt, schnell und komfortabel in Japan reisen. Der Shinkansen (Schnellzug in Japan) ist richtig schnell und man kann ganz Japan in einem Tag damit durchqueren. In diesem Reiseguide benötigt ihr einen Pass für 3 Wochen. Die Kosten betragen in etwa 435 EUR je nach EUR/JPY Kurs. Den Japan Rail Pass kann man hier günstig kaufen. Man bekommt einen Gutschein zugeschickt, den man in Japan dann am Bahnhof gegen den richtigen JR Pass umtauschen kann. Das ist der normale Prozess dafür.

JR Rail Pass
JR Rail Pass

Da man den JR Pass immer wieder bei den Ein- und Ausgängen zeigen muss und der dabei gut beansprucht wird, lohnt es sich eine Hülle dafür zu holen, wenn man ihn als Erinnerung behalten will. Da der Pass aber eine ganz komische Größe für Japan hat, die coolen Anime-IC-Cardhüllen sind viel zu klein, braucht man eine Hülle vom Daiso (sowas wie ein 1-EUR Laden). Dieser Blogartikel hat mir den Tipp dazu gegeben. Dazu hat die Hülle auch kleine Fächer wo die kleinen Sitzreservierungstickets reingehen.

Passt perfekt rein in die Hülle und das nötigste ist von außen sichtbar.
Passt perfekt rein in die Hülle und das nötigste ist von außen sichtbar.

2. Übernachtungen

Es ist empfehlenswert Übernachtungsmöglichkeiten früh zu reservieren. Gerade in den großen Städten wie Tokyo, Kyoto und Osaka findet man nicht so einfach günstige Schlafmöglichkeiten wenn man kurzfristig bucht. Zwar schränkt das die Reisefreiheit ein, aber wenn man komplett Japan in 3 Wochen machen will, ist sowieso kaum Zeit von einem „Plan“ abzuweichen. Wenn man besonders günstig reisen will empfehle ich Hostels. Das sind Übernachtungsmöglichkeiten auf Niveau einer guten Jugendherberge. In Japan sind Hostels sehr sehr sauber und sie sind auf Touristen sehr gut eingestellt. Das Personal kann halbwegs Englisch und kann euch immer beraten was man in der Umgebung machen und tun kann. Zudem kann man immer fremde Leute kennen lernen und sich austauschen.

Ich hatte einen Mix aus Hostels, 3* und 4* Hotels und privater Wohnung (Airbnb) und im Schnitt Übernachtungskosten von nur 28 EUR/Tag.

3. Flug

Dieser Reiseguide schlägt einen Gabelflug vor, der in der Regel nicht teuer ist als ein Flug nach und von Tokyo. Ich empfehle in Osaka zu landen und von Tokyo heim zu fliegen. Man spart dadurch Reisezeit und Geld. (Japan Rail Pass ist ja nur 21 Tage gültig, wir sind aber 24 Tage in Japan)
Die Kosten für einen Flug liegen bei 550 EUR bis 800 EUR je nach Saison. Mein Direktflug nach und von Japan mit Lufthansa und ANA kostete 700 EUR. Swoodoo ist eine sehr gute Flugpreissuchmaschine.

4. Sim-Karte

Es lohnt sich auf jeden Fall eine Sim-Karte zu besorgen, die einem ermöglicht sein Handy in Japan zu nutzen. In vielen Fällen ist es super praktisch Google Maps zu nutzen um sich Nahverkehrsverbindungen anzeigen zu lassen oder zu Fuß sich durch Orte zu navigieren. Ich habe mir eine Sim-Karte mit 3GB Traffic für einen Monat hier geholt. Kosten ca. 40 EUR plus Versand in das erste Hotel meiner Reise. Man kann die Karte aber auch am Flughafen abholen. Es handelt sich um eine reine Datenkarte ohne Telefonie und SMS. Aber man kann immer über Skype oder LINE telefonieren.

Docomo Simkarte mit 3GB. Beachtet, dass euer Handy die LTE Frequenzen in Japan können muss.
Docomo Simkarte mit 3GB. Beachtet, dass euer Handy die LTE Frequenzen in Japan können muss.

Tag 1 – FFM nach Osaka und weiter nach Kyoto

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Am ersten Tag fliegen wir nach Osaka und nehmen dort den am Flughafen Bus direkt nach Kyoto.
Achtung! Wenn ihr den Gutschein für den Japan Rail Pass eintauschen wollt achtet drauf, dass dieser erst in 2 Tagen aktiv ist. Wir brauchen für die 3 geplanten Tage (heute und die nächsten 2 Tage) in Kyoto keinen Japan Rail Pass.

So einchecken bei eurer Übernachtung. Viel mehr kann man auch nicht machen, da ihr noch Jetlag habt und ohnehin erst mal fertig seid. Einfach bisschen orientieren in der Umgebung und was schönes Essen gehen.

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Kleines Café in der Umgebung des Ryokans
LED Treppe am Bahnhof Kyoto
LED Treppe am Bahnhof Kyoto

Tag 2 – Kyoto

So jetzt wird es ernst – schon der erste komplette Tag in Japan wird gut reinhauen!
Der Tag der Schreine und Tempel in Kyoto. In Kyoto könnt ihr Fahrräder mieten oder den Bus nutzen. Ich bin Bus gefahren und sehr viel zu Fuß gelaufen. Ihr könnt in einem Tag mindestens folgende Tempel machen:

– Kinkaku-ji (Goldener Pavillon)
– Kiyomizu-dera (Der Tempel mit dem Hang)
– Ginkaku-ji (Silbener Pavillon)

Dabei kann man noch am silbernen Pavillon auch noch den Philosophenweg entlang gehen.

Nach all den Tempeln und Schreinen kann man noch den Nachmittag am Nishiki Market verbringen und verschiedenste Leckereien essen und ausprobieren.

Goldener Pavillon
Goldener Pavillon
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Kiyomizo-dera

Bonus: Beim Kiyomizu-dera ist ein etwas versteckter Ghibli-Shop mit vielen vielen Ghibli Fanartikeln, die man sonst nicht so sieht.

Unscheinbarer Ghibli-Shop
Unscheinbarer Ghibli-Shop

Tag 3 – Kyoto

Früh aufstehen und früh losgehen (vor 7 Uhr am besten). Heute gehen wir zum Fushimi Inari-Taisha. Das ist eine große Anlage auf einem Berg. Ich empfehle den kompletten langen Pfad auf den Berg und wieder auf der anderen Seite runter zu gehen. Dazu werdet ihr vermutlich den kompletten Vormittag brauchen.

Inari Schrein
Inari Schrein

Am Nachmittag könnt ihr euch entscheiden ob ihr euch noch mehr Kultur geben wollt, es gibt noch mehr schöne Tempelanlagen und Parks in Kyoto oder ihr nutzt die Zeit um das KyoAni Studio und den KyoAni Shop zu besuchen. Beides ist etwas außerhalb von Kyoto, aber vom Inari-Schrein geht genau die richtige Bahn zur Bahnstation nahe der KyoAni Studios. Einfach die Nara Line ab Inari Station nehmen. Das könnt ihr ganz einfach mit Google Maps auf eurem Handy nachschauen wenn ihr die Simkarte besorgt habt.

Kleines KyoAni Studiogebäude
Kleines KyoAni Studiogebäude

Einfach „Mein Standort“ mit Bahn zu „Kyoto Animation“ navigieren lassen. Google wird euch die Nara Bahnlinie und Richtung mit Abfahrtszeiten anzeigen.
Vor Ort sind es nur wenige Schritte zum Studio (kann man nicht besichtigen) und ein kurzer Spaziergang zum Shop (Weg ist am Studio ausgehängt).

KyoAni Shop - sehr klein srcset=
_<" width="300" height="225"> KyoAni Shop – sehr klein >_<

Abends habt ihr wieder Freizeit, geht was gutes essen, was ihr nicht in Deutschland habt. Vermeidet auf eurer Reise irgendwas wie McDonalds oder KFC oder so.

In der Gegend des Nishiki Market ist der K-ON! Musikladen wo Yui die Guitah gekauft hat.
Bonus: In der Gegend des Nishiki Market ist der K-ON! Musikladen wo Yui Guitah gekauft hat.

Tag 4 – Osaka

Wenn ihr alles richtig mit eurem Rail Pass gemacht habt, ist er ab heute nun 21 Tage lang gültig. Damit reisen wir kostenlos von Kyoto nach Osaka. Die Fahrt wird kaum länger als 30 Minuten dauern. Osaka ist das Hauptquartier für die nächsten Tage. In Osaka angekommen könnt ihr Osaka erkundigen:

– Den-Den Town (Viele Elektronik-, Anime-, DVD/CD- und Videospiele-Shops)
– und z.B. das Aquarium besuchen.

Nach dem ganzen Shopping und Spaßtag solltet ihr euch nach Einbruch der Dunkelheit in Minami/Namba die Zeit vertreiben. Dort gibt es große Beeindruckende Leuchtreklame am Dotonbori Kanal ^_^

Dotonbori Kanal
Dotonbori Kanal
Osaka bei Nacht
Osaka bei Nacht

Tag 5 – Nara und Horyuji

Heute geht es nach Nara. Kennt ihr vielleicht schon von Bildern wo über all Hirsche und Rehe frei rumlaufen. Dort solltet ihr besuchen:

– den Todai-ji-Tempel und
– generell den Nara Park

Sonst könnt ihr einfach schauen welche Tempel noch auf euren Weg liegen, und diese alle spontan besuchen.

Wenn noch Zeit ist und Lust bei Horyuji auf dem Rückweg nach Osaka mitnehmen. Dort steht das älteste Holzgebäude.

Todai-ji Tempel
Todai-ji Tempel
Rehe in Nara
Rehe in Nara

Tag 6 – Himeji und Kobe

Heute wieder mal früh losmachen und in Himeji das Schloss anschauen gehen. Das wurde nach 5~6 Jahren Renovieren im Frühjahr 2015 neu eröffnet. Man kann sich das komplette Gebäude bis oben hin anschauen.

Himeji Castle
Himeji Castle
Himeji Mascot
Himeji Mascot

Am Nachmittag kann man auf dem Rückweg nach Osaka, nach Kobe fahren und dort bisschen entspannen. Wir fahren mit dem Shinkansen und kommen in Shin-Kobe an. Dort gibt es ganz nah an der Station eine Seilbahn auf den Berg bei Kobe hinauf. Hinab solltet ihr den kompletten Weg zu Fuß gehen und den Damm und einen Wasserfall dabei besichtigen. Alternativ könnt ihr euch auch das Erdbebengedenkzentrum anschauen – habe ich allerdings nicht gemacht.

Aussicht von oben
Aussicht von oben
Schöner Wanderweg runter
Schöner Wanderweg runter

Unten angekommen ist es auch nun Zeit für ein Abendessen. In Kobe solltet ihr das Koberind ausprobieren. Ist zwar schon etwas teurer, aber es lohnt sich. Restaurants gibt es ausreichend viele in der Innenstadt.

 

Tag 7 – Osaka

Heute ist nochmal ein Tag in Osaka, den ihr etwas freier gestallten könnt. Entweder geht ihr nochmal shoppen in Den-Den-Town und besucht auch noch den Manderake bei Namba (Kleiner Hinweis hier: In Osaka ist meist Anime und Videospielkrams billiger als in Tokyo). Oder ihr macht eine Führung durch die Suntory Brauerei (inkl. Whiskey-Probe). Die Burg und den Tower in Osaka gibt es natürlich auch noch.

Vergesst nicht spätestens heute Okonomiyaki in Osaka zu essen, denn morgen geht es nach Hiroshima, die ebenfalls ihren eigenen Okonomiyaki-Style pflegen.

Pimp my Ride Osaka-Style
Pimp my Ride Osaka-Style
Bonus: Einer dieser Getränkeautomaten von innen.
Bonus: Einer dieser Getränkeautomaten von innen.

Tag 8 – Hiroshima

Vormittags ist der Transfer nach Hiroshima. Ihr werdet mit dem Zug von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof nur 90 Minuten brauchen. Am Nachmittag habt ihr Gelegenheit die übersichtliche Innenstadt von Hiroshima zu erkundigen und das Okonomiyaki-Haus ausfindig zu machen. Dort könnt ihr Abends dann das Okonomiyaki Hiroshima-Style ausprobieren.

Okonomiyaki House
Eingang Okonomiyaki House

Zugegeben die letzten 2 Tage waren nicht ganz so vollgepackt wie die davor. Aber bisschen Entschleunigung und neugieriges rumwandern muss ja auch sein 😉 Gerade beim „Random-Rumwandern“ kann man lustige Sachen finden wenn man die Augen offen hält. Zudem hatte es geregnet auf meiner Reise, was alles bisschen anstrengender gemacht hat und leider auch ein Paar Aktivitäten verhindert hat, aber so ists nun mal. Diese Momente kann man immer gut in einem Book-Off, Manderake, K-Books oder sonstigen Anime/Hobby/DVD-Läden verbringen ^_^ *hehehe*

Freut euch auf Teil 2 und Tag 9 bis 16 der Reise – Es geht bald bis weit weit in den südlichsten Zipfel von Japans Hauptinsel.

 

Author Andergraund
Published

Comments (1)

  • 10. Juli 2018 at 18:07 Reply
    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Für das Land Japan muss man sich wirklich Zeit nehmen. es gibt so viel zu entdecken. Eine Reise allein reicht überhaupt nicht. Mit besten Grüßen, Berna

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