Kirino

Wieviel Prozent sollen es denn sein?

In dieser Episode von Junk Talk reden Idolmeister und Andergraund über die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit von Spielebewertungen und wieviel sie uns persönlich bedeuten.

Wir verraten euch auch was uns zur Zeit an den ganzen ach so “tollen” 90% Spielen stört und wir überhaupt nicht finden, dass diese 90% Spielespaß bringen … was 90% Spielespaß wohl sein soll und was die anderen 10% tun…? Hoffendlich gucken die so lange nen guten Anime oder sowas. [superemotions file=”icon_smile.gif” title=”Smile”]

Ursprung für dieses Thema ist folgender Trailer zu einer Fake-Doku-Parodie über den modernen Spielejornalismus, auf den mich Idolmeister aufmerksam gemacht hat. Der Trailer zeigt einen gefallenen Journalisten, der einem Game 8.5 Punkte gegeben hat … ein schwerer Fehler. [superemotions file=”icon_eek.gif” title=”EEK”]

Miku Hatsune

Andergraund

Der Trailer zeigt die heutige Problematik auf. Alle AAA-Titel müssen Wertungen über 85% errreichen, sonst gehen Publisher und die Community auf die Barrikaden. Gerade im Hinblick auf die Exklusivtitel und die Werbeverträge ist man von der Spieleindustrie abhängig.

 

 

Princess Peach

Idolmeister

Mir gehen die ganzen 1-10, 5/5 oder 100% Wertungen schon seit Jahren auf den Sack. Es ist einfach kaum bis gar nicht möglich ein Spiel in Zahlen zu stecken. Die Geschmäcker sind oft so verschieden.

 

 

Andergraund: Und von einem angeblich objektiven Bewertungssystem, welches subjektive Eindrücke erfassen soll, wollen wir erst gar nicht reden. [superemotions file=”icon_rolleyes.gif” title=”Rolling Eyes”]

Idolmeister:Was aber am schlimmsten ist, dass jeder AAA Titel dieses Weihnachtsgeschäffts 85% und mehr hat. Auch wenn es der belangloseste und recycelste Mist wie Assassins Creed Teil 42 ist. Auch ein Uncharted 3 wird mir denke ich nicht länger als ein paar Wochen im Kopf hängen bleiben … das ist nichts für die Ewigkeit. ( ⁰▱⁰ )☁

Andergraund: Oh ja, in den ganzen aktuellen Titeln fehlen mir einfach die Momente, die man nicht mehr vergisst. Es fehlt das Gefühl, dass der Titel einen richtig mitreißt und begeistert. Wie ein Buch, dass man nicht mehr weglegen will. Die ganzen Sequels tun selten mehr außer einem solide Kost zu bieten, die man halt kennt. Gerade auf den Nextgen-Konsolen gibt es, im Verhältnis zu den älteren System oder auch 90/00er Jahre PC Spielen, viel weniger Spiele, die mir in Erinnerung geblieben sind.

Idolmeister: Es ist zwar schön mal eine der wenigen mutigen Reviews zu lesen, wie Jim Sterlings Gears 3 Test, der “nur” eine 8/10 am Ende gegeben hat (◞‸◟ㆀ) (oben gezeigter Trailer ist vielleicht eine Anspielung auf diesen Test). Aber dann gibt es halt auch bei Destructoid Reviews zu lesen, wo ein Ys 1&2 eine 3/10 kriegt ٩(╬。皿°)۶ … Ys sagt jetzt wahrscheinlich den wenigsten was, aber das ist und war einnes der Games, die mich geprägt haben und einen ähnlich hohen Stand bei mir haben wie ein Zelda 3 Super Mario 3. Wenn man keinen Plan hat was man reviewed und vorallem wie ein Spiel aus dieser Generation zockt, sollte man es einfach lassen. (♯`∧´)

Das Problem ist aber das ein Großteil der Leser die Ziffern auch auch brauchen und sich danach richten. Ich wurde auch schon öfteres auf der Arbeit gefragt: “Wie ist Spiel XY,soll ich mir das kaufen das hat nur 85%, GTA4 hatt 95% und das fand ich nicht so gut.” Es denken wirklich viele das ein Spiel mit 70% unspielbar schlecht ist. Und es ist halt oft genau das Gegenteil. ( •̀ .̫ •́ )✧

Miku Hatsune Sake

Der Sake muss ja mies sein, so wenig Prozent???

Idolmeister: Noch ein Beispiel am Wochenende war ein guter Kumpel zu Besuch, der nicht wirklich die aktuelle Konsolen Genartion mitmacht, halt mehr der Japan-Retro-Hans (๑ↁ◡ↁ๑). In alle großen Big Budget Spiele mal kurz reingeschaut, ob Killzone 3, Uncharted 3 oder Modern Warfare 3 (ach da sind Unsere lieben Fortsetzungen wieder) so groß war der Unterschied da wirklich nicht … bombastische Inzinierung aber sonst ?! Am Ende haben wir das Captain America Spiel für 360 fast durchgespielt, was echt gut ist, in 5 Jahren immer noch Spaß macht und eine Metacritic von 60% hat. ʕ•̫͡•ʕ*̫͡*ʕ•͓͡•ʔ-̫͡-ʕ•̫͡•ʔ*̫͡*ʔ-̫͡-

Was auch das Mega64 Video schön gezeigt hat, sind die n00b Kids und Fanboys, die nicht damit leben können wenn ein neuer Teil ihrer Lieblingserie 5% zu wenig bekommen hat. Das ganze geht dann über 200 Posts und ist natürlich auch keine konstrktive Kritik sondern pubertäres Gebashe. An der Stelle wünsche ich mir schon ab und zu die Printmagazine zurück, da gabs vielleicht mal einen bösen Leserbrief, aber es hielt sich sehr in Grenzen. _| ̄|○

Andergraund: Und manchmal wurde sogar ein Leserbrief ausgesucht mit konsturktiver Kritik inkl. einer verständlichen Argumentation. [superemotions file=”icon_wink.gif” title=”Wink”]

Idolmeister: Das ist jetzt nur eine Annahme von mir, aber ich denke schon das es einge Seiten bei AAA Titeln schon so “anpassen” das der Pöbel am Ende befriedigt ist. Ähnlich ist es wahrscheinlich bei den großen Publishern wie Activison oder EA, verscherzt man es sich mit denen, gibt es keine Testmuster auf die man eigentlich angewiesen ist. Was für eine Verdammte Komerzscheisse, ich könnte kotzen! [superemotions file=”icon_mrgreen.gif” title=”Green with Envy”]

Andergraund: Damals und heute ist es definitiv wichtig Spiele frühzeitig zu erhalten um entsprechend drüber berichten zu können und gleichzeitig muss man sich mit Werbung finanzieren. Der Druck wird durch die Onlinemagazine verstärkt, Printmagazine gibt es ja fast keine mehr. Außer Gamestar, Gamepro (beide vom gleichen Verlag) und der Bild fällt mir da nichts spontan ein. Online kann jeder nun jeden erreichen und braucht keinen Verlag mit starker Heftauflage mehr. Leser haben direkten Vergleich zwischen den vielen Konkurrenten. News und Berichte kommen ohne Verzögerung online raus. Entsprechend suchen sich natürlich die Leute die Onlineportale aus, die immer hochaktuell sind und viel exklusiv vorstellen.

Ich hatte es ja vorhin schon kurz angerissen, alle versuchen Spiele anhand von einem objektiven Bewertungssystem zu bewerten und dieses möglichst transparent zu gestalten. Dies ist ein schöner Ansatz, der aber zum Scheitern verurteilt ist. Spiele sind solch komplexe Gebilde mit unendlich vielen Ausprägungen die sich nicht in messbaren Zahlen erfassen lassen. Wie messe ich bitte die Qualität der Grafik, realistisch, künstlerisch, liebevoll und detailliert – sowas soll ein Prozentwert wiederspiegeln? [superemotions file=”icon_question.gif” title=”Question Mark”]

Na klar gibt es einen Unterschied zwischem einem mitreißenden Soundtrack und 08/15 Hintergrundgedudel, aber sowas subjektives in Prozenten zu fassen kann nur fehlschlagen. Ich finde es zudem lustig, dass ein Spiel z.B. “80% Spielspaß” bekommt. Was ist bitte 80% Spielspaß? 80% von mir haben Spaß am Spiel, die anderen 20% gehen lieber ein Bier trinken und gucken nen Anime? Confused

Hier kommen wir auch wieder auf den Punkt zurück, dass man es der Masse recht machen muss. Also wird irgendwas “sicheres” geschrieben und bewertet, so dass alle halbwegs zufrieden damit sind.

Idolmeister: Yep, ganz genau. Man weiß halt im Allgemeinen, was die Masse will und jenes kriegt sie dann auch vorgeworfen.

Das zeigt sich auch schön an dem gerade erschienen Dark Souls, dass so hardcore unverzeihlich schwer ist, dass es für eine extrem kleine Anzahl von Zockern überhaupt bestimmt ist. Trotzdem sehr hohe Wertungen, was es wohl auch verdient hat, nur kann ich mir kaum vorstellen das die wenigsten Tester überhaupt fähig sind sowas zu bewerten. Der Vorgänger Demon’s Soul wurde kaum beachtet als er erschienen ist und hat sehr mittelmäßige Wertungen bekommen. Das hat sich aber geändert als ein paar Hipster das Spiel in den Himmel gelobt haben und es zum Underground-Hit wurde. Beim Lesen der Reviews des Nachfolgers Dark Souls kam es mir oft so vor: “Wir haben zwar keinen Plan was wir hier eigentlich machen, es ist uns viel zu schwer, aber wir wollen der Community nicht auf den Slips treten und vergeben trotzdem eine 9 von 10.” Bei kaum einem Game ist auf jeden Fall eine Wertung in Zahlen so sinnlos wie bei Dark Souls. (๑•ૅૄ•๑)

Total Banane ist auch, dass sich Yahoo Games getraut hat Batman Arkham City eine 6 von 5 zu geben! Ist dann das neue Zelda nur noch Durchschnitt wenn es nur 100% bekommt ?! ╬ಠ益ಠ)

Oder warum beschweren sich so viel Magazine und Onlineportale über die altbackene Steuerung eines Shadows of the Shadow of the Colossus Remake? Bei jedem Sandbox Spiel der letzten Jahre ist es aber dann voll OK wenn die Steuerung der eines 9 Jahre alten PS2 3rd Person Shooters entspricht, siehe Red Dead Redemption und Co. ƪ(•̃͡ε•̃͡)∫

Ähnlich wie beim neuen Elder Scrolls Skyrim – eine Metascore von 96% – aber fast jeder schimpft über zahllose Bugs. Wie sieht die Wertung aus wenn es Bugfrei ist und die ganzen DLC’s die die nächsten Monate kommen werden in einer GOTY Edition vereint sind? 110%? └(T_T;)┘

milky-1

 

milky-2
Andergraund: Call of Duty und Multiplayerbewertung ist auch so eine Sache. Wie bewertet man bitte einen Multiplayermodus und insbesondere die Balance von diesem. Während die CoD 4 Balance für mich einen gewissen “CoD-Standard” gesetzt hatte, war der MW2 Multiplayer anfangs für mich gefühlt dynamischer und hatte viel mehr Spaß gemacht. Doch mit den Wochen merkte man, dass die Balance nicht mehr stimmte bzw. diese schlechter geworden ist. Also gerade die sehr wichtige Langzeitqualität eines Multiplayers ist nicht in wenigen Stunden oder Tagen zu bestimmen, sondern das benötigt viel Zeit, Erfahrung und die Entwicklung der Spielweise der Community. Ob der MW3 Multiplayer mir gefällt wird sich auch erst die nächsten Wochen zeigen. Zugegeben meine Erwartungen wurden nicht so ganz erfüllt, nicht schlecht aber auch nicht der Burner. [superemotions file=”icon_neutral.gif” title=”Neutral”]

Übersicht Games 2011

Videogaming 2011

Idolmeister: Wenn man an viele der Megahits der letzten Jahre wie Final Fantasy XIII, Gran Turismo 5 oder GTA IV zurück denkt, wer hat sie nicht zumindest mal angezockt? Aber wer würde den Spielen heute noch eine fast perfekte Score geben?! Die Games haben alle Macken ohne Ende und kein Spielesammler will die in der ersten Reihe im Regal stehen haben. Nichts für die Ewigkeit. Und solche unvergesslichen Momente wie z.B. der Tod von Sniper Wolf in Metal Gear Solid, wo man atemlos mit Tränen in den Augen durchs halbe Spiel gerannt ist, um das Unausweichliche doch noch zu stoppen. Oder Aerith/Isaras Ableben in FFVII/Valkyria Chronicles, da musste man wirklich schlucken. (◞‸◟ㆀ) Klar gabs sowas auch bei einem Mass Effect, aber wirklich bewegt hat mich das nie groß. Diese CoD und Uncharted Bombast Trigger Effents sind natürlich auch meistens eindrucksvoll, aber sie bleiben nie lange im Gehirn hängen. Und mal ehrlich wenn ich mir jetzt mal nur die westliche Spieleindustire das Jahr ansehe, bis auf Portal 2 war da jetzt nichts für die Ewigkeit.

Andergraund: Sehr wahr, bei Valkyria Chronicles hatte mich die Szene auch sehr mitgenommen. Aber auch nicht nur traurige Szene bleiben einem im Gedächnis. Ich fand das Ende von FFIX einfach zuckersüß. Es war soooo klar, dass der “Prinz” und die “Prinzessin” zusammenkommen, dennoch hat man auf die Bestätigung hingefiebert und innerlich gejubelt und nen Salto gemacht als es so weit war. [superemotions file=”icon_biggrin.gif” title=”Big Grin”]

Dieser Transfer von von Emotionen und Sympatie zu den Charakteren eines Spiele bekommen nicht viele hin. Dies kann auch ein Spielerlebnis sein, was einen Titel einzigartig macht. Und auch hier: Unmöglich einen universellen Score dafür zu vergeben.

Andergraund: Vermutlich fragt ihr euch, wie wir dann nun Spielereviews haben wollen, wenn ein mathematisches Zahlensystem in unseren Augen ein Epicfail ist. Ich bin der Meinung, dass die Sendung GameOne (alle Folgen als Streams auf deren Homepage) beispielsweise einen sehr schönen und simplen Ansatz wählt: Gar keine Zahlenwertung. Das Spiel wird von der Redaktion getestet und es gibt eine/mehrere Meinung dazu. Es werden Hinweise gegeben wem das Spiel gefallen kann, wem nicht, was die Stärken und Schwächen sind. Mal sind es weiche mal harte Kriterien, aber alles ohne eine Prozentzahl. Man selber als Zuschauer bekommt einen groben Überblick über das Game und kann selber entscheiden ob es einem gefällt oder nicht.

Um das Beispiel von Dark Souls nochmal aufzugreifen, dieses Spiel wurde auch von GameOne behandelt. Es ist ein lustiger Bericht rausgekommen, mit Hintergrundinformationen, dem Eindruck der Redaktion, den Schwächen und Stärken des Games und dem kranken Schwierigkeitsgrad.
Deren besonderer Trick wie sie mit Schwächen eines Games umgehen, ohne dabei von der Community eins auf den Deckel zu bekommen: Anstatt das Game kritisch und trocken auseinander zu nehmen, gehen sie die Sache mit Humor an und spielen einen Sketch oder irgendeine Youtube-mäßige Einspielung ein.

Am Ende lächelt man und ist dennoch ausreichend gut informiert um sich selber eine Meinung über das Game zu bilden. [superemotions file=”icon_smile.gif” title=”Smile”]

Natürlich läßt sich das nicht so auf die Schnelle im Print-/Onlinemedium umsetzen ohne die aktuellen Leser zu vergraulen. Die Leute sind zu sehr daran gewöhnt worden Fazit und Prozentzahl zu lesen, anstatt eines ausführlichen Artikels. Lesefaulheit hat sich dadurch verbreitet, anstatt sich selber eine Meinung zu bilden werden nur noch Prozente in Tabellen verglichen. Vielleicht könnte man Anfangen wie der c’t (PC Fachzeitschrift) Tests ohne Gesamtnote zu schreiben. In Tests der c’t gibt es zwar Noten für bestimmte Testeigenschaften, aber eine Bewertung und das Fazit gibt es nur in geschriebender Form.

Idolmeister: Wirklich große Spieleportale die auch gute und nachvollziehbare Tests machen, und die dann auch meine Kaufendscheidung beeinflussen gibt es nicht. Die Metakritik juckt mich inzwischen am Ende auch Null. Bei kleinen Blogs sieht das schon anderes aus, da findet mal viel schneller Jemand der den eigenen Geschmack trifft.
Persönlich kaufe ich aber meistens blind nach der Hersteller Firma (selten nach dem Publisher). Dabei ist mir das Spielgenre oder die Thematik absolut zweitrangik. ٩(๑❛ᴗ❛๑)۶ Aber ich weis wenn Wayforward was neues macht, oder Xseed ein neues Spiel lokalisiert kann das so schlecht nicht sein, die haben mich noch nie enttäuscht . ♥(´◡`๑)

Was ich vermisse sind Reviews, die auch nochmal ein Spiel durchleuchten wenn nach dem Release auch schon ein paar Monate ins Land gezogen sind und der Hype vorbei ist. Leider ist es aber wohl schwer bis unmöglich über jedes Spiel noch einmal zu berichten und es interessiert am Ende wohl fast Niemanden. Der Spielmarkt ist einfach zu schnelllebig und Spiele zu einem Wegschmeißartikel verkommen.

Milky Holmes

Anm d. Red.: Milky Holmes Meinung ist unantastbar!

« »